Veröffentlichungen

Was bis jetzt geschah

In dem Projekt FDM-BB führten die Universität Potsdam und die Fachhochschule Potsdam eine Analyse des wissenschaftspolitischen Umfeldes durch und erhoben die Anforderungen der brandenburgischen Einrichtungen. Aus deren Auswertung sollen Handlungsempfehlungen für das Land Brandenburg abgeleitet werden. Das Projekt dient darüber hinaus dazu, die brandenburgischen Einrichtungen zum Thema Forschungsdatenmanagement stärker zu vernetzen.

Forschungsdatenmanagement: Arbeitsschwerpunkte für Informationswissenschaftler*innen (Zeunert und Schneemann, 2021)

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Forschungsdatenmanagement ist ein informationswissenschaftliches Thema, dessen Bedeutung kontinuierlich, spätestens aber seit dem Start der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) immer präsenter wird. Zur Abbildung und Verortung von Arbeitsschwerpunkten für Informationswissenschaftler*innen wurde in diesem Bericht ein aktuelles Korpus von 162 Stellenanzeigen, in denen Forschungsdatenmanagement erwähnt wird, ausgewertet. Das Korpus umfasst Stellenanzeigen, die über das Portal Open-BiblioJobs und die DFN-Mailingliste Forschungsdaten beworben wurden und deckt einen Zeitraum vom 01.03.2020 bis zum 22.11.2020 ab. Zur Auswertung des Korpus wurde eine Analysematrix erstellt, in welcher die Inhalte jeder Stellenanzeige nach formalen, administrativen und inhaltlichen Kriterien verzeichnet wurden.

Die aus den Stellenanzeigen stammenden Anforderungen wurden in einem Forschungsdatenlebenszyklus mit insgesamt acht Teilaspekten verortet, hiervon sechs Stationen des Forschungsdatenlebenszyklus: „Forschungsvorhaben planen“, „Daten erheben“, „Daten aufbereiten und analysieren“, „Daten teilen und publizieren“, „Daten archivieren“, „Daten nachnutzen“, zusätzlich wurden die zwei Teilaspekte „allgemeine Kern- und Schlüsselkompetenzen“ und „übergreifende Querschnittsthemen“ hinzugefügt. Dieser Praxisrepräsentation wurde eine Literaturanalyse gegenübergestellt, welche sich mit Anforderungen und Kompetenzen im Forschungsdatenmanagement, besonders aus informationswissenschaftlicher, infrastruktureller Sicht beschäftigt. Hierbei wurden exemplarisch Frameworks (international, national, institutionell), Praxisberichte (universitärer und außeruniversitärer Einrichtungen) und der Individualbericht eines Forschungsdatenmanagers ausgewertet.

Zur Gewährleistung einer späteren Vergleichbarkeit wurden auch hier die genannten Kompetenzen und Aufgaben in einem gleichen Forschungsdatenlebenszyklus verortet und analysiert. Die abschließende Zusammenführung und Auswertung der um Aufgaben und Kompetenzen angereicherten Forschungsdatenlebenszyklen ermöglichte einen direkten Vergleich von Theorie und Praxis.

Hierbei konnte eine große Kongruenz der Schwerpunktverteilung innerhalb des Forschungsdatenlebenszyklus aufgezeigt werden. Diese Aufgabenkonzentration, besonders in den Teilaspekten „allgemeine Kern- und Schlüsselkompetenzen“ und „übergreifende Querschnittsthemen“ bilden die Verteilung von Arbeitsschwerpunkten im Forschungsdatenmanagement für Informationswissenschaftler* innen deutlich ab.

Den vollständigen Bericht finden Sie hier.

Handlungs- und Implementierungsempfehlungen (Neuroth et al., 2021)

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Auf Basis der bereits vorliegenden Projektergebnisse „Umfeldanalyse“ (Wuttke et al. 2020) und „Anforderungserhebung“ (Radtke et al. 2020) sowie weiterer Befragungen bei den anderen FDM-Landesinitiativen und den Hochschulen leitet dieser Bericht Handlungsempfehlungen ab, die von konkreten Empfehlungen zur Implementierung flankiert werden. Bei deren Ausarbeitung wurde stets dem Grundgedanken gefolgt, die Institutionalisierung von Forschungsdatenmanagement in Brandenburg unter Berücksichtigung nationaler und internationaler Diskussionen und Entwicklungen institutionalisiert voranzutreiben. Dabei liegt der Fokus auf den Jahren bis einschließlich 2023. Dies entspricht der Laufzeit der aktuellen Hochschulverträge, dem wichtigsten Steuerungsinstrument zur Strukturentwicklung der Hochschulen im Land Brandenburg. Bis dahin müssen konkrete Konzepte und Ansätze so weit entwickelt sein, dass die weitere Institutionalisierung von FDM an den brandenburgischen Hochschulen mit dem Ziel einer Überleitung der Projektinhalte in Daueraufgaben im Rahmen etablierter Steuerungsinstrumente gestaltet werden kann.

Die Handlungsempfehlungen nehmen die folgenden Ziele und Zielgruppen in den Blick:

Die Empfehlungen zur Implementierung umfassen folgende Aspekte:

Anforderungserhebung bei den brandenburgischen Hochschulen (Radtke et al., 2020)

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Dieser Bericht nimmt die Institutionalisierung von Forschungsdatenmanagement (FDM) an den staatlichen Hochschulen Brandenburgs in den Blick. Er soll zur Beantwortung der folgenden Fragen beitragen: Warum wird FDM dort institutionalisiert? Wie wird FDM dort institutionalisiert? Welche Herausforderungen für eine weitere Institutionalisierung bestehen und wie kann ihnen begegnet werden? Zur Erhebung des Status Quo und zur Identifikation von Anforderungen und Weiterentwicklungspotenzialen wurde deshalb eine Organisationsuntersuchung durchgeführt. Untersuchung ist neben der Einhaltung wissenschaftlicher und professioneller Standards auch dem Anwendungsbezug der Ergebnisse, deren Anwendbarkeit im Kontext und der Partizipation der Beteiligten verpflichtet. Da es sich um ein, für die betrachteten Einrichtungen noch vergleichsweise neues Themengebiet handelt, wurde ein exploratives Forschungsdesign unter Einsatz qualitativer Methoden gewählt. Grundlage der Ergebnisse sind ein Auftaktworkshop unter Beteiligung der Hochschulen, eine Dokumentenanalyse und 16 leitfadengestützte Expert*innen-Interviews auf Arbeits- und Leitungsebene der brandenburgischen Hochschulen. Die Ergebnisse werden anhand von vier Handlungsbereichen strukturiert vorgestellt: Relevanz von FDM und Institutionalisierung an den Hochschulen; Technologie und Infrastruktur; Personal und Qualifizierung; Organisation, Kooperation und Finanzierung. Dabei stellt der Bericht sowohl den Status Quo als auch die Ziele der Hochschulen sowie die Wünsche an eine Landesinitiative vor.

 

Den vollständigen Bericht finden Sie hier

Umfeldanalyse zum Aufbau einer neuen Datenkultur in Brandenburg (Wuttke et al., 2021)

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Die „Umfeldanalyse zum Aufbau einer neuen Datenkultur” untersucht internationale und nationale Strategien, Prozesse, Diskussionen sowie Entwicklungen im Forschungsdatenmanagement, um daraus eine Handlungs- und Implementierungsempfehlung für eine Forschungsstrategie des Landes Brandenburg abzuleiten.

Es gibt keine einheitliche Definition von dem Begriff Daten, da dieser im Kontext verschiedener Fachdisziplinen mehr oder weniger umfassend verstanden wird. Im Rahmen von FDM-BB wird der Fokus auf digitale Forschungsdaten gerichtet. Forschungsdatenmanagement hat hochqualitative Forschungsdaten, die überprüfbar und transparent sind, zum Ziel. Ein gesteigerter Erkenntnisgewinn, die Verwertung und die Nachnutzung der Daten werden angestrebt. Dies wird durch einen möglichst ununterbrochenen Datenlebenszyklus erreicht, der alle Prozesse der Daten von der Erhebung bis zur Langzeitarchivierung umfasst. Idealerweise sind Forschungsdaten auffindbar, zugänglich, interoperabel und nachnutzbar (FAIR-Prinzipien). Dabei ist die Nachnutzbarkeit das übergeordnete Ziel.

Für die Umfeldanalyse wird eine Kombination aus vertikalem und horizontalen Ansatz gewählt (siehe Abbildung Vertikal-horizontaler Ansatz). Auf der vertikalen Ebene werden internationale, nationale und regionale Initiativen, Vereinigungen und Projekt zum Thema Forschungsdatenmanagement untersucht. Der Handlungsrahmen für diese Initiativen bilden Policies, Richtlinien und Empfehlungen für Forschungsdaten(management). Auf der horizontalen Ebene werden Bundeslandinitiativen und vergleichbare Projekte im Bereich Forschungsdatenmanagement analysiert, um das eigene Projekt auf Bundeslandebene zu verorten. Die Informationen zu den einzelnen Initiativen sind anhand von Themenbereichen in einer Recherche-Matrix erfasst.

Zu den internationale Initiativen gehört die European Open Science Cloud (EOSC), welche eine virtuelle Infrastruktur für ganz Europa aufbaut und deren praktische Umsetzung von GO FAIR umgesetzt wird. Das Committee on Data for Science (CODATA) and Technology of the International Science Council und die Research Data Alliance gehören zu den wichtigsten internationalen Standardisierungs- bzw. Best-Practice-Netzwerken für Forschungsdaten.

Es gibt in Deutschland den gemeinnützigen Verein Gauß-Allianz für High Performance Computing. Der Rat für Informationsinfrastrukturen agiert zwischen Wissenschaft und Politik für die Finanzierung und Weiterbildung öffentlich getragener Einrichtungen mit Informationsinfrastruktur und formulierte eine Empfehlung für eine Nationale Forschungsdateninfrastruktur (NFDI). Datenexpertinnen und -experten in Deutschland organisieren sich über den Research Data Alliance Deutschland (RDA-DE). Die Deutsche Initiative für Netzwerkinformationen (DINI) strebt eine regionale und überregionale Verbesserung der Informationsinfrastrukturen an den Hochschulen an. Informationen und Entwicklungen von Forschungsdatenmanagement werden auf den deutschsprachigen Informationsplattformen Forschungsdaten.org und Forschungsdaten.info gesammelt.

Abbildung Vertikaler-horizontaler Ansatz FDM-BB
Abbildung Vertikal-horizontaler Ansatz
Deutschlandkarte mit den Initiativen der einzelnen Bundesländer

Forschungsdatenpolicies sind Richtlinien für den Umgang mit Forschungsdaten und benennen die Verantwortlichkeiten, Art der Datenarchivierung und -veröffentlichung und ob der Einsatz von Datenmanagementplänen verpflichtend ist. Im Rahmen der Förderprogramme der Europäischen Kommission wird großen Wert auf offene Forschungsdaten gelegt. Zu den wichtigsten nationalen Meilensteinen gehören die Empfehlungen und Richtlinien der Allianz der Wissenschaftorganisationen, des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und der Deutsche Forschungsgemeinschaft. Hochschulen und außeruniversitäre Einrichtungen formulieren oft ihre eigenen Richtlinien.

Es gibt neun Initiativen zur Verankerung von Forschungsdatenmanagement auf Bundeslandebene, die in diesem Bericht vorgestellt werden. In sechs Initiativen sind die entsprechenden Landesministerien involviert, meistens indirekt als Projektförderer. Die Initiativen sind sehr heterogen bezüglich Format, Zielsetzung und Angebote, aber in ihren Kernthemen und -anliegen sind sie ähnlich. Die Bundelandinitiativen streben nationale und internationale Vernetzung an.

Für das Forschungsdatenmanagement in Brandenburg ergeben sich die folgenden Verantwortungsbereiche:

  • Bedarfe
  • den Ist-Zustand und Anforderungen ermitteln
  • Synergien identifizieren
  • Schulungs- und Qualifizierungsmaßnahmen umsetzen
  • rechtlich und ethisch relevante Beratung anbieten
  • fachspezifische Standards und Vorgehensweisen etablieren
  • und (inter)nationale Entwicklungen beobachten und berichten.

 

Auf Basis der Umfeldanalyse bieten sich im Land Brandenburg folgende konkrete Aktivitätsfelder an:

  • Bewusstseinsbildung und Einbettung
  • Aufbau eines Forschungsdatenmanagement-Netzwerks
  • Entwicklung einer Forschungsdatenmanagement-Policy für Brandenburg und für die jeweiligen Einrichtungen zur Umsetzung der guten wissenschaftlichen Praxis
  • Institutionalisierung von Forschungsdatenmanagement
  • Abschätzung der Kosten und verstärkte Unterstützung kleinerer Hochschulen.

 

Den vollständigen Bericht finden Sie hier